Ich wurde gebeten etwas über mein erstes Jahr im LAV Husum zu berichten und so zurückblickend kann ich feststellen, dass es ein spannendes Jahr mit vielen neuen Eindrücken war.

Eigentlich komme ich vom Laufen, aber wie es oft so ist und viele von euch wohl kennen - irgendwann spielten die Knochen nicht mehr mit und ich musste erkennen, dass reines Laufen Gift für meinen Körper ist. Eine Alternative musste her, Radgefahren bin ich schon immer gerne, naja und schwimmen überlebt man ja auch irgendwie – also kam im letzten Jahr dann der Entschluss mich mehr auf den Triathlon zu konzentrieren. Das war dann auch der Grund den Verein und zu euch zu wechseln.

Es begann gleich mit der Winterlaufserie in Drelsdorf, sehr nett wurden wir aufgenommen und es macht Spaß ein Teil des Teams zu sein. Sehr schnell folgte die Einladung in eine WhatsApp Gruppe für gemeinsame Radfahrten. Gleich die erste Tour im April hat richtig Spaß gemacht und führte ich mich in ungeahnte Tempobereiche. Ich sollte lernen, dass locker und kurz sehr stark von der Definition abhängen und mein locker definitiv ein anderes ist, es hat aber mega Laune gemacht.

Mein eigentlicher Saisonhöhepunkt in diesem Jahr sollte der Ostseeman 113 in Damp sein, eine Mitteldistanz bestehend aus 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad und einem abschließenden Halbmarathon. Leichtsinnigerweise hatte ich aber zeitgleich auch an einem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem es Freistarts für den Hamburg Marathon zu gewinnen gab. Und wie soll es sein – wenn man eigentlich nicht will, ich wurde natürlich gezogen. Ein Wink des Schicksals? Denn eigentlich wollte ich nie mehr Marathon laufen, bin das ganze Jahr 2017 kaum gelaufen und nun das. Aber was hatte ich zu verlieren und die Stimmung in Hamburg ist immer toll. Fest mit dem Gedanken im Kopf, ich könnte die Stimmung ja einfach genießen, einen schönen Trainingslauf draus machen und dann halt nach der Hälfte auszusteigen, bin ich also doch angefangen wieder etwas mehr laufen zu gehen. Und auf einmal kam auch der Spaß zurück und der Marathon wurde dann einer meiner schönsten Läufe bisher. Ohne Zeitziel und ohne die Pflicht an mich selbst durchlaufen zu müssen, das Wetter war auch toll und so ich genoss den Lauf vom Anfang bis zum Ende (naja fast bis zum Ende) und bin nicht nach der Hälfte ausgestiegen ;-)

Am 24. Juni war es dann so weit – der OM 113 stand vor der Tür und ich war aufgeregt wie selten zuvor, das Schwimmen in der Ostsee und die Cut Off Zeit machten mir starke Sorgen. Schwer es sich jetzt nach diesem Sommer noch vorzustellen, aber an dem Wochenende im Juni war es bitter kalt, wir waren schon vor dem Wettkampf nur am Frieren. Anzeigetafeln an der Ostsee teilten am Vortag eine Wassertemperatur von 15 Grad mit. Auf der Wettkampfbesprechung wurden uns dann immerhin 16,3 Grad mitgeteilt. Zum Glück war das Meer aber relativ flach, meine größte Angst der Monsterwellen wurde so zum Glück nicht wahr. Also ging ich voller Angst und Vorfreude morgens um 9 Uhr in das kalte Nass, das Schwimmen verlief dann für meine Verhältnisse richtig gut – ich kam nicht als letzte aus dem Wasser und sogar deutlich vor der Cut Off Zeit J Allerdings war es soooo kalt, dass ich danach fast schockgefroren war, die Zeit im Wechselzelt hat dann viel zu lang gedauert, weil ich so gezittert habe.

Die erste Radrunde verlief dementsprechend, ich wurde einfach nicht warm und hab mich total unwohl gefühlt, Außentemperatur war auch nur 15 Grad, dazu Wind und leichter Regen. Aber als Nordfriesin ist man ja Kummer gewöhnt. Ab der 2 Runde war ich wieder eins mit meinem Rad und es fing an Spaß zu machen. Viel zu schnell waren die 90 km dann schon wieder vorbei. Laufen mit matschigen Beinen fiel sehr schwer, aber da auf der Wendepunktstrecke am Strand überall vertraute und nette Gesichter waren musste ich einfach Durchhalten. Und dann war irgendwann schon das Ziel in Sicht – nach 5:45 Std. war der Tag auf den ich solange hin gefiebert hatte auch schon wieder vorbei. Es war ein tolles Erlebnis und spätestens ab dem Zeitpunkt war ich mir völlig sicher, dass Triathlon mein Sport ist. Auch wenn ich schwimmen immer noch hasse.

3 Wochen später folgte der ITU Hamburg Triathlon, die weltweit größte Triathlon Veranstaltung, bei der ich zusammen mit Andreas W. die Olympische Distanz absolvierte. Bei perfektem Wetter und im Gegensatz zu den Ironman Teilnehmern 2 Wochen später duften wir noch durch die Alster schwimmen. Es war ein Triathlonfest und neben unserem eigenen Start konnten wir auch die Profis und den tollen 2. Platz von Laura Lindemann bewundern.

Damit waren die Saisonhöhepunkte schon durch, der Spaß aber lange noch nicht - es folgten einige kleine regionale Veranstaltungen, alle toll und mit Liebe organisiert. Der Hallig Dreeathlon auf der Hamburger Hallig, gemeinsam mit Hermi zum After Work Triathlon nach Niebüll und ein sehr windiger und nasser, aber super schöner Triathlon auf Pellworm. Am letzten Wochenende dann der schon fast traditionelle Saisonabschluss in Wanderup, jetzt mit Startpass musste ich zum ersten Mal beim Sprint starten und durfte so zusammen mit den starken LAV Männern Andreas D, Sigurd und Andreas W. antreten. Beim anschließenden Jedermann Rennen konnten wir dann noch Arne und Frank zujubeln. Manuela, Stefan und Hans waren auch wieder vor Ort und kümmerten sich gewohnt professionell um die Zeitmessungen.

So langsam neigt sich die Triathlon-Saison jetzt dem Ende entgegen, am kommenden Wochenende gönnen wir, Andreas W. und ich, uns zum Saisonausklang noch die Mitteldistanz beim Alssundman in Sonderburg.

Am 16. September findet dann in Arlewatt der Abschlusslauf des dies jährlichen Waterkant Cups satt, eine vereinsübergreifende Serie bestehend aus 6 Läufen in Joldelund, Viöl, Hattstedt, Enge-Sande, Husum (Hafentagelauf) und Arlewatt. Diese Serie liegt mir persönlich sehr am Herzen und ich würde mich freuen in Arlewatt und bei allen Läufen im kommenden Jahr möglichst viele LAV Mitglieder am Start treffen zu können.